Keine Zeit ...

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Keine Zeit bedeutet in der Regel, dass man ein paar Dinge priorisieren sollte und dann streichen sollte, was nur Zeit raubt und gar nicht wichtig ist. Wir schauen zum Beispiel kaum noch in den Fernseher und vermissen es auch nicht.
Im August und September streckte mich eine Entzündung eines Gesichtsnervs nieder. Auf dem Wege der Besserung suchte ich nach einer Beschäftigung für den Tag, wobei ich die Flimmerkiste kategorisch ausschloss. Lesen ging nur bedingt wegen des leider ebenfalls kränkelnden Auges und ich brauchte etwas kuzweiliges, bei dem ich jederzeit anfangen und aufhören konnte. Und ich musste irgendwas sehen, also, dass ich etwas getan habe - so wie beim Nähen - am Ende des Tages ist mit viel Glück ein tolles Teil fertig. Auf Nähen hatte ich aber keine Lust und war mir zeitweise auch zu anstrengend. Schwierig die ganze Sache - ich war wie ein kleines quängelndes Kind.
Was also tun, wenn man Zeit hat und eigentlich nichts tun kann? Bei der Durchsicht des Stapels der entwickelten Fotos beschloss ich die Bilder nun endlich mal zu sortieren und in ein Album zu kleben. Ein paar hundert Fotos lagen hier von meiner Reise nach Amerika vor zwei Jahren (vielleicht erinnert ihr euch noch). Ein Album hatte ich auch schon vor Wochen besorgt, es konnte also losgehen.
Aber nur einkleben, wäre ja ein bisschen zu einfach, oder? Ich fing also an im Papierregal zu wühlen, farbig passende Kartons auszuwählen, Kreise auszustanzen und zu kleben. Seitdem kann ich irgendwie nicht aufhören und leider warten da auch immer noch hunderte Bilder auf mich. Während ich began zu kleben, recherchierte ich auch ein wenig faulenzend auf der Couch und ließ mich inspirieren - was gibt es da nur für coole Sachen.


Und nun? Nun arbeite ich wieder und habe ein neues Hobby (und wieder zu wenig Zeit), denn selbst wenn die ganzen Amerikabilder endlich verklebt sind, will ich damit gar nicht mehr aufhören. Es macht mir einfach Spaß. Darf ich ab und zu davon etwas zeigen?

Liebe Grüße

Es wird wärmer

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Es wird wärmer ... naja, zumindest ist der Stoff für eine warme Winterjacke da! Ich habe mich nicht umentschieden, sondern bleibe bei dem auserwählten Stoff, den ich schon vor zwei Wochen im Kopf hatte. Und ich werde wie geplant eine Jacke nähen - keinen Mantel. Mantel geht ja später immernoch und da der blaue Wunschstoff auch nicht vorbeischwebte, ist dieser Traum schwer umzusetzen.
Mein Stoff ist mit großer Vermutung eine feine Polymischung und besonders kostenintensiv war er glücklicherweise auch nicht. Optisch ist er eine Mischung aus Salz und Pfeffer mit blau! Das war der Hauptgrund, dass ich ihn auserwählt habe. Die Oberfläche fühlt sich sehr grob an und erinnert mich an das Schlafsofa bei meinen Eltern, das vermutlich so alt ist wie ich (mittlerweile aber weniger bequem, dafür aber sehr robust).
Zurück zum Thema: Ich hatte ja vier Schnitte gezeigt, die ich im Regal liegen habe. Relativ schnell hatte ich entschieden, welche ausscheiden. In der engeren Wahl sind geblieben der Schnitt "Pavot" von Deer and Doe, sowie "Lady Grey" von Colette. Beides sind Kurzmäntel, müssten also an der richtigen Stelle gekürzt werden, damit es eine Jacke wird. Der größte Unterschied zwischen beiden ist eindeutig die Kragenlösung - klein oder groß. Und die Entscheidung ist gefallen auf den kleinen Kragen von "Pavot".
Beim genaueren Betrachten des Schnittes dachte ich, dass ich gar nicht selbst kürzen muss, denn auf der Rückseite ist ein Bild von Pavot in Jackenlänge. Aber beim genaueren Schnitt betrachten, fehlt hier die Kürzungslinie. Es ist also nicht schon für mich erledigt - wie schade, darüber hätte ich mich ja sehr gefreut.
Was ist also zu tun: ich werde von dem Schnitt ein Probeteil nähen, um zu schauen, wie gut alles passt. Auch die Ärmel werde ich anders gestalten. Dazu nehme ich mir ein Vorbild an einer vor 4 Jahren gekauften Jacke. Die Ärmel sind kürzer, dafür gibt es aber sozusagen eine Verlängerung aus Strick. Das hat den Vorteil, dass Strick besser anliegt - also durch den Ärmel kalte Luft nicht "hochziehen" kann. Die alte Kaufjacke hat zudem einen Umschlag und einen Riegel, der mir gut gefällt. Hier kann ich dann auch nochmal tolle Knöpfe verwenden.  

Stoff für das Futter habe ich auch schon. Wobei ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob ihn verwende (das darf mein Mann nicht lesen, denn ihm er erzähle ich seit über einem Jahr, dass ich das Futter beim nächsten Projekt verwende). Was ist das Problem: das Futter ist auch blau, aber mit gold und mit Paisleymuster. Der Stoff ist nicht hässlich, aber eben "schwierig". Außerdem habe ich hier alternativ noch ein einfarbiges rotes Futter und braun mit kleinen Muster - beides finde ich nicht so passend. Dann überlege ich noch, ob ich noch eine Zwischenschicht benötige. Wenn ja, was? Ich erinnere, das darüber auch schon öfter im Netz geschrieben wurde. Das muss ich nochmal recherchieren.
Angefangen habe ich bisher nichts, weil wenig Zeit war in den letzten Wochen und das Auge nach der Arbeit auch nicht mehr so viel mitgemacht hat wie es sollte. Aber ich habe demnächst zwei Wochen Urlaub auf Balkonien. Und da aus Balkonien wohl nichts wird, werde ich mich ins Nähzimmer verkrümmeln. Ich liege also gut in der Zeit.
Wie es bei den anderen läuft, seht ihr bei Karin.
Liebe Grüße

Me Made Mittwoch

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Der Herbst ist da - das ist wohl nicht mehr zu verheimlichen. Für den Herbst biete ich heute ganz tief unten aus der Farbkiste einen schwarzen Rock nach Simplicity 2758, der außerdem auch in der Zeitung "Meine Nähmode" 4/2011 zu finden ist. Ich habe Modell D genäht, aber in der Länge von E.
Das Material ist ein Rest von einem Romanit-Jersey, den ich noch im Lager hatte, so dass ich "zirkeln" musste, um alle Teile zu zuschneiden. Aber bisher hat das immer geklappt und diesmal auch. Ich habe den Rock die letzten Tage öfter getragen, mag ihn, würde aber das nächste Mal die Kellerfalte vorn in der Mitte nicht nähen oder weiter zunähen - irgendwie so. (Leider ist es schlecht auf den Bildern zu erkennen.)
Kombiniert mit Tuch, einem Kaufshirt und -jäckchen (beides wirklich uralt) kann man so definitiv mal schnell auf die Straße. Dummerweise ist das Shirt meiner Papierschere gerade zum Opfer gefallen, wird also zukünftig nicht mehr dazukombiniert.
Mehr Herbstalltag findet ihr hier und hoffentlich waren die anderen nicht so tollpatschig wie ich.

Liebe Grüße